Nagelpilz - Podologie Thun Bälliz

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Der Nagelpilz

Erreger und Übertragung:
Beim Nagelpilz, in der Fachsprache "Onychomykose" genannt, handelt es sich um eine chronische Pilzinfektion, bei der die Nagelplatte (zumeist der Zehennägel) langsam zerstört wird. Haupterreger ist der zu den Dermatophyten gehörende Pilz Trichophyton rubrum, der zudem der häufigste Erreger für Fusspilz ist.

Nagelpilz entsteht zumeist wenn begünstigende Faktoren existieren die es dem Pilz erleichtern die Nägel zu infizieren. Zu diesen Faktoren zählen sowohl bestimmte Erkrankungen als auch individuelle Gewohnheiten wie zum Beispiel:

  • erblich bedingte Anlage für Nagelpilz
  • Diabetes mellitus und andere Stoffwechselstörungen

  • arterielle Durchblutungsstörungen der Beine
  • Fuss- oder Zehenfehlstellungen
  • zu enge Schuhe
  • wiederholte Verletzungen (z.B. durch sportliche Aktivitäten oder falsche Nagelpflege)

Die Erreger (Dermatophyten) werden durch Kontakt mit infizierten Hautschuppen oder bröckligem Nagelmaterial übertragen. In feucht-warmer Umgebung gedeihen diese besonders gut. Wer häufig öffentliche Bäder, Saunen, Fitness-Studios, Umkleidekabinen, Turnhallen, Kasernen und Hotelzimmer nutzt, trägt daher ein erhöhtes Risiko, sich anzustecken. Häufig geht der Nagelpilzinfektion eine Schädigung des Nagels, wie etwa durch zu enge Schuhe oder einen stumpfen Schlag auf die Zehe, voraus.

Diagnostik und Krankheitsbild
Die Diagnostik des Nagelpilzes gestaltet sich in der Praxis oft nicht einfach da viele andere Nagelerkrankungen dem Nagelpilz sehr ähnlich sehen. Die verschiedenen Symptome des Nagelpilzes können auch auf Schuppenflechte (Nagel-psoriasis), Ekzemnägel, Lichen ruber (Knötchenflechte des Nagels) oder angeborene chronische Nagelveränderungen hindeuten.

Nachdem die Behandlung von Nagelpilz langwierig und nicht frei von Nebenwirkungen ist, sollte unbedingt vorab durch eine sogenannte Differenzialdiagnose bei einemDermatologen die Möglichkeit anderer Ursachen und Erreger ausgeschlossen werden. Der Dermatologe trägt kleine Partikel des befallenen Nagels ab und schickt das so gewonnene Material zur mikroskopischen Untersuchung an ein medizinisches Laboratorium.

Allgemein lässt sich das Krankheitsbild des Nagelpilz wie folgt beschreiben: Der Pilz beginnt am freien Rand des Nagels und entwickelt sich zur Nagelmitte hin. Die Nägel sind oft verdickt, brüchig, weisen eine weisslich-gelbe Verfärbung auf und unter der Nagelplatte lagert sich krümeliges Material an.

Die Erkrankung an Nagelpilz ist nicht zu unterschätzen. Oft brechen diese Nägel sehr schnell ab und es entstehen Eintrittspforten für eiterbildende Bakterien, die dann lokale Infektionen an Fuss und Bein auslösen können. Gefürchtet ist die Wundrose (Erysipel) oder eine eitrige Entzündung der Haut- und Fettschichten, die auch die Muskelhaut befallen kann (Phlegmone). Gefährlich wird ein Nagelpilz meist nur bei abwehrgeschwächten Personen wie Diabetikern, HIV-Patienten oder bei älteren Menschen.

Therapie und Vorbeugung
Nagelpilzinfektionen neigen dazu sehr langwierig zu sein und häufig wiederzukehren. Das liegt daran dass das Gewebe unter der Nagelplatte viele kleine Hohlräume aufweist in denen Pilzsporen überleben können. Es ist daher eine fachkundige Behandlung ratsam.

Die lokale Behandlung von pilzbefallenen Nägeln geschieht am einfachsten mit einem Nagellack, der den Wirkstoff Amorolfin enthält. Dieser muss während 6 – 12 Monaten mindestens einmal wöchentlich (besser zweimal) auf den gereinigten und mit einer Einwegfeile präparierten Nagel aufgetragen werden. Um mit dieser Methode den bestmöglichsten Erfolg zu erzielen, ist es ratsam den Nagel vorher von einer Podologin behandeln zu lassen. Die Podologin reduziert das Dickenwachstum der befallenen Nägel und entfernt das mit Nagelpilz infizierte Material soweit es geht. Danach kann die Nagelpilzerkrankung optimal therapiert werden.

Ergänzend wird der Nagelpilz meist mit einem oralen Präparat, das den Wirkstoff Terbinafin enthält, bekämpft. Dieses Medikament muss täglich mindestens 12 Wochen lang eingenommen werden. Ist das Nagelwachstum wie bei älteren Personen verlangsamt, kann die Abheilung sogar noch länger dauern.

Die Nebenwirkungsrate von Terbinafin ist beträchtlich; Magen-Darm-Beschwerden kommen in mehr als zehn Prozent der Fälle vor. Personen mit einer Lebererkrankung oder erhöhten Leberenzymen Blut sollten kein Terbinafin erhalten. Bei allen anderen muss die Leberfunktion besonders zu Beginn der Behandlung regelmässig kontrolliert werden, da es sonst zu dauerhaften Schädigungen der Leber, zu Lebertransplantationen oder sogar zum Tod führen kann. Nimmt ein Patient weitere Medikamente ein, ist daran zu denken, potenziell gefährliche Wechselwirkungen des Terbinafins mit anderen Arzneimitteln auszuschliessen.

Einfacher als die Behandlung ist es vorsorgliche Massnahmen zur Ansteckung mit Nagel- und Fusspilz zu treffen.

Tragen Sie in daher in öffentlichen Bädern (auch unter der Dusche), in Saunen, Sportstudios und Fitnesscentern, Wellnessoasen oder anderen gemeinschaftlich genutzten Einrichtungen immer Badepantinen. Meiden Sie den Bereich zur Fussdesinfektion. Hier finden sich besonders viele Pilzerreger.

Laufen Sie auch in Hotels niemals barfuss, auch nicht auf Teppichböden. Nach jedem Bad sollten Sie sich gut abtrocknen und dabei besondere Sorgfalt auf die Zehenzwischenräume legen. Reiben Sie die Füsse mit dem Handtuch kräftig.

Verwenden Sie nur eigene Handtücher, Badepantinen oder Wäsche und wechseln diese regelmässig.

Täglich frische Strümpfe/ Socken aus geeigneten, luftdurchlässigen Materialien anziehen.
Schuhe aus Naturmaterialien bzw. atmungsaktiven Materialien tragen. Schuhe häufiger wechseln. Die Schuhe sollten ausserdem nicht zu eng sein, da diese die Blutzirkulation behindern und die Verletzung der Nägel begünstigen.

Die Anregung der Fussdurchblutung fördert die körpereigenen Abwehrkräfte. Machen Sie daher Fussgymnastik oder gehen Sie draussen im Gras oder am Strand mal barfuss (danach Füsse waschen und gut abtrocknen).

Untersuchen Sie Ihre Füsse regelmässig auf Verletzungen, rote Stellen oder Schuppungen.

Betreiben Sie mit Hilfe Ihrer Podologin eine regelmässige Fuss- und Nagelpflege. Speziell Diabetiker sollten hierzu die Hilfe einer ausgewiesenen Fusspflegefachkraft in Anspruch nehmen

Schlussendlich ist es ratsam, beim ersten Anzeichen eines Nagel- oder Fusspilzes sofort mit der Behandlung zu Beginnen. Dann sollte sich der folgende, unschöne Anblick verhindern lassen:
 
 
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